Paulownia Anbau

Inhaltsverzeichnis

  1. Anbau
    1. Lage und Standort
    2. Frost und Winter
    3. Vorbereitung
    4. Pflanzung
    5. Pflege
  2. Probleme
    1. Warum Frostschäden?
    2. Warum schlechter Wuchs?
    3. Welche Schädlinge sind zu beachten?

Anbau

Lage und Standort

  • Paulownia liebt Licht, Sonne und Wärme
  • Das Grundstück sollte sich möglichst nicht in einer Senke befinden, da dort Temperaturen rasant fallen können - zusätzlich neigen Senken zur Wasseransammlung, welche auf Dauer Wurzelfäule begünstigen
  • Der pH-Wert des Bodens sollte bei mindestens 6,0, am Besten, bis 8,0 liegen - das bedeutet eventuell zu Kalken
  • Da die Wurzeln nicht nur in die Tiefe gehen, sondern auch Speicherorgane bilden, benötigen sie zum optimalen Wachstum einen luftigen, nicht zu schweren Boden
  • Von sandigen bis leichten Lehmböden, bis auf 900 Meter über n.N. sind alle Böden geeignet welche einen Höchstgrundwasserstand von 1,5 Metern aufweisen - die Wurzeln wachsen, wenn nötig, 6 bis 9 Meter tief
  • Idealerweise ist das Grundstück windgeschützt, so können die Paulownia die ersten Jahre optimal wachsen ohne Gefahr zu laufen, von einem starken Unwetter beschädigt zu werden
  • Eine Regenmenge ab 500ml/m²/a ist ausreichend
  • Winterhochwasser wird von mindestens zweijährigen Pflanzen, bis zu drei Monaten schadlos überstanden
  • In bergigen Regionen ohne Grundwasser wurden bei ausreichenden Regenfall mit zweijährigen Pflanzen sehr gute Anwachsquoten erzielt
  • Der Boden sollte keine Sperrschichten, wie Lehm oder Gestein aufweisen, sollte mäßig trocken sein, aber auf keinen Fall zu nass
  • Da Paulownia viel Licht braucht, um möglichst schnell zu wachsen, ist es wichtig diesen großzügig zu pflanzen - er verträgt auch Halbschatten, aber sollte möglichst sonnig und windgeschützt stehen
  • Klimatabelle und Winterhärtezonen sollten berücksichtigt werden und verschaffen einen guten Überblick

Frost und Winter

  • Paulownia benötigt eine lange Vegetationszeit, um bis in die Spitzen verholzen zu können, dennoch werden die Spitzen von Ästen und Stamm erfrieren, wachsen jedoch im Früjahr wieder nach
  • Kältere Regionen sind unter Umständen auch geeignet, lassen aber kein optimales Wachstum zu - der Baum kann bis zu 1,5 Meter zurückfrieren
  • Beim Erfrieren kommt es nicht so sehr auf die Tiefsttemperatur als auf den Zeitpunkt des ersten Frosts an
  • In der ersten Frostnacht friert bereits alles Grüne, nicht Verholzte, zurück
  • Für eine Paulownia Wertholz Plantage empfehlen sich Region in welcher der erste Frost frühestens Mitte November herrscht, je später desto besser

Vorbereitung

  • Bei größeren Plantagen ist eine vorherige Planung über Richtung der Reihen, Pflanzenabstand, Pflanzenanzahl und optimale Wahl der Sorte ratsam
  • Boden sollte tiefgründig gelockert und gut abgelagert sein
  • Optimale Pflanzergebnisse werden bei Pflanzlöchern mit 60cm bis 80cm Tiefe, 80cm im Durchmesser erzielt
  • Die Pflanzlöcher mit lockeren, nährstoffreichen Böden füllen und mit Erde mischen
  • Schutzmaßnahmen vor Schädlingen, wie Ameisen und Schnecken, aber auch vor pflanzenfressenden Tieren wie Mäuse, Hasen und Rehe sind wichtig

Pflanzung

  • Gepflanzt werden Jungpflanzen
  • Optimaler Zeitpunkt ist nach dem letzten Frost im Mai, meist nach den Eisheiligen, da Paulownia eine höhere Erdwärme benötigen, um treiben zu können
  • In frostfreien Gebieten, zum Beispiel in Südeuropa, können auch Herbstpflanzungen mit großen Pflanzen vorgenommen werden
  • Zum Start empfehlen wir herkömmlichen Volldünger, Sie können aber auch mit abgelagerten Mist oder Kompost düngen, mineralische und organische Dünger sind gut geeignet

Pflege

  • Nicht all zu viel Wasser geben, in vielen Gebieten Deutschlands, über 500ml/m²/a, reicht Bewässerung 1 bis 3 Monate nach der Pflanzung aus
  • Die Baumscheibe ist auf circa 1 Meter Radius unkrautfrei zu halten
  • Mähen nach Bedarf, Mulchen ist von Vorteil
  • Wässern, meist nur die ersten 3 Monate nach Anpflanzung
  • Düngen nach Bedarf z,um Beispiel wenn der Baum Mängel aufzeigt oder wenn man den Baum zum Verholzen verleiten möchte
  • Beseitigen der Nebentriebe oder später die Seitentriebe in den ersten 3 bis 4 Jahren
  • Vorbeugen und behandeln von Krankheiten wie, zum Beispiel von Pilzen
  • Wichtig ist es auch, dass Sie die Bäume jährlich auf abgestorbene, verletzte oder zu dicht stehende Äste überprüfen.
    Diese sind mit einem scharfen Messer, wie ein Okkuliermesser oder mit einer Bypass-Schere in einem glatten Schnitt abzuschneiden
  • Verletzungen der Rinde sollten Sie optimalerweise mit Harz einstreichen, da dieser eine antiseptische Wirkung hat
  • Ziel im ersten Jahr sollte nicht die zu erreichende Höhe sein, sondern das Bilde einer kräftigen Wurzel und das Verholzen des Baumes.
    Es ist ratsam ihn mit der Beigabe von Kalium zu unterstützen
  • Häufig ist es sinnvoll den Baum im zweiten Jahr, sprich im Frühjahr vor dem Austreiben, bis am Boden, gewöhnlicherweise bis zum Wurzelhals, zurückzuschneiden.
    Das ermöglicht dem Baum mit viel Kraft erneut, aus der kräftigeren Wurzel, auszutreiben, dabei sind Größen, in Deutschland, von 3 bis 4 Metern üblich.
    Selbst bei einem radikalen Zuschnitt triebt dieser wieder neu aus
  • Um Blüten bilden zu können, müssen die Äste ungefähr 4 Jahre alt sein

Probleme

Warum Frostschäden?

  • Ungünstiger Standort mit Senken im Gelände, welche einen signifikanten Temperaturunterschied machen können
  • Ungeeignete Fläche mit einem frühen Wintereinbruch, je später der Wintereinbruch desto besser, da der Baum mehr Zeit zum Verholzen hat
  • Stamm noch nicht vollständig verholzt, hier empfiehlt sich eine Behandlung mit Kalium ab August

Warum schlechter Wuchs?

  • Ungünstige Bodenverhältnisse, zum Beispiel lehmige Böden führen zu Staunässe und diese ergibt Wurzelfäule
  • Ungünstige Bodenkonstellation, zum Beispiel eine frühe, seichte Sperrschicht, welchen dem Baum verwährt tief zu wurzeln
  • Schädlinge im Boden, zum Beispiel Mäuse oder Ameisen
  • Ungenügende Dichte an Nährstoffen im Boden, gute, symbiotische, mikrobakterielle Kulturen, also Mykorrhiza sind empfehlenswert, da diese die Wurzelgesamtoberfläche und damit die Absorbation vermillionenfachen können
  • Ungenügende oder falsche Pflege
  • Veriftung der Bäume durch Nährstoffbrand, also Überdüngung oder ein falscher pH-Level
  • Unkraut - 1 Meter Radius unkrautfrei um den Baum ist optimal
  • Bei starkem Wind können die Blätter beschädigt werden oder diese können beim Abreissen durch Wind ebenfalls die, in den ersten Jahren, relativ weiche Rinde des Baumes einreißen. Schäden verheilen zwar, der Paulownia wächst schnell nach, jedoch büßt man jedes Mal Qualität und Quantität ein

Welche Schädlinge sind zu beachten?

  • Schädlinge, wie saugende und beißende Insekten, hier hilft Kalken des Stammes
  • Rehbock, welcher am Baumstamm das Geweih fegt - Abhilfe durch Zaun, Geruchs- und akustische Mittel
  • Schädlinge im Boden, zum Beispiel Mäuse oder Ameisen - Füchse reißen bis zu 50 und mehr Mäuse pro Tag, Hühner sind bekannte Allesfresser und machen auch vor Ameisen keinen Halt
  • Schafe, Rehe, Ziegen, welche gerne die nahrhafte, aber weiche Rinde anknabbern - hier hilft ebenfalls ein Zaun
  • Einige Pilze und Baktieren - hier ist der Hexenbesen (Wtchesbroom) hervorzuheben, biologische Antipilzmittel sind ratsam

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